Donnerstag, 1. Juli 2010
- Manche Songs muss man zweimal hören, manche Menschen zweimal sehen, um sie zu mögen. Manche Songs und Menschen gehen einem aber gleich auf den Sack.
- -- Simone Solga, "Mein Leben als Kanzlersouffleuse"
Den Satz "mit/an dem Gerät wirst Du viel Freude haben" habe ich öfters gehört, als ich in meinem Bekanntenkreis erzählt habe, dass ich mir einen Mac Mini gekauft hatte. Schon damals habe ich massiv über Apple gelästert, warum sollte ich mir also überhaupt einen zulegen? Die Entscheidung fußt auf folgender Überlegung: ich entwickele meine Programme gerne als "Multi-Plattform", was bedeutet, dass das entsprechende Programm auf mehrere Plattformen laufen soll. Die drei "großen" Plattformen sind dabei Linux (und andere unixoide Betriebssysteme), Windows und Mac OS X. Alle drei werden von Qt unterstützt, welches ich hauptsächlich als Basis für meine Entwicklungen einsetze.
Während ich mehrere Linux Rechner und auch noch eine Windows Kiste habe, so hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit Software für Mac OS X zu compilieren und - noch wichtiger - zu testen. Also habe ich zugesehen einen möglichst günstigen Intel-Mac zu finden, geworden ist es dann ein Mac Mini. Der ist mir nun letzte Woche gestorben, was ich mal als Anlass für ein Resümee nehmen möchte.
"Viel Freude mit Apple" vollständig lesen
Samstag, 22. Mai 2010
- Historically I've had a “love-hate” relationship with Apple. They love themselves and I hate them.
- -- Jeremy Allison
Heute gibt es mal wieder ein Howto über eine Bastelei, die ein bisschen von hinten durch die Brust ins Auge geht. Aber was will man auch erwarten, wenn es um Hard- und Software von Apple geht? Ich habe einen Mac Mini der ersten Generation, die einen Intel-Prozessor beherbergt. Zugelegt habe ich ihn mir, um die ganzen Programme, die ich so in Qt runterhacke, auch vorkompiliert für den Mac anbieten zu können. Ich bin halt ein echter Freund von Multi-Plattform-Programmierung.
Um mit meinem Rechnerzoo auch "mal so eben schnell" etwas anderes machen zu können, gibt es bei mir einen PXE-Server, der dafür sorgt, dass auch ohne Festplatte über Netzwerk gestartet werden kann. Dies ist besonders praktisch, wenn mal wieder gerade was nicht so klappt, wie es eigentlich gedacht war. Mittlerweile kann das jeder PC mit einer Netzwerkkarte, nur die Apple-Möhren können das nicht. Apple hat sich das was proprietäres eigenes ausgedacht, um ein Mac OS auch per Netzwerk starten zu können. Aber ich will ja gar kein Mac OS X über das Netzwerk laden, sondern meistens ein Linux, und das geht bisweilen nicht. Als ich damals im Internet danach suche habe, habe ich nur Hilferufe von anderen Nutzern gefunden, aber keine Lösungen.
"PXE mit einem Apple Mac" vollständig lesen
Freitag, 9. April 2010
- Hey, it is written, a zebra and a geranium should never use the same toothbrush.
- -- Zoot, The Muppet Show
Es ist schon interessant, woher man manchmal die Lösung für bestimmte Probleme bekommt. Ich habe zum Beispiel schon länger nach einer Software gesucht, die mir mal die Log-Dateien von meinem Web-Server gut aufgearbeitet anzeigt. Visualisieren nennt man das auf Neu-Deutsch. Den größeren Teil eines Samstag Nachmittags habe mal mit dem Ausprobieren verschiedener Programme verbracht, ohne zu einer für mich akzeptablen Lösung zu kommen.
Nun sind bei fefe zwei Beträge zu jetzt-loeschen.de durchgegangen. Der erste verwies auf ein aufgearbeitetes Server-Log. Und die Weise der Aufarbeitung sah richtig gut aus. Glücklicherweise hat die Software sich in der erzeugten Webseite gleich mit Link verewigt. So wusste ich sofort, dass es sich dabei um eine Software namens "Visitors" handelt. Diese habe ich mir mal gesaugt und ausprobiert. Und ja, so hatte ich mir das vorgestellt. Also habe ich sie jetzt auch mal bei mir installiert. Mal sehen, wie sie sich denn in der Praxis bewährt, aber bisher sieht alles andere als schlecht aus.
Mittwoch, 17. März 2010
- Good evening ladies and gentlemen, this is your Flugzeugführer speakin'. We welcome you aboard of Cash & Flight Airways on our flight through the night. Ich gebe nur das Motto aus: "Wind um die Nase und Sturm in der Hose!"
- -- Falco, "Qué Pasa Hombre"
Eines der Teilprojekte meines Hauptbetätigungsfeldes außerhalb der Firma ist ein Programm namens "Notorious" mit der ich die Datenbank der FreeDB durchsuchen kann. Die FreeDB ist eine von Internet-Usern zusammengetragene Liste der Titellisten von CDs. Was da an Daten mittlerweile zusammengekommen ist, ist eine Menge: fast 5GB. Ein Beispiel für die Suche wäre zum Beispiel: ich will wissen, auf welcher CD die Maxi-Version des Titels "Maneater" von Hall & Oates drauf ist. Also suchte ich nach "Maneater" und einer Spielzeit von mindestens fünf Minuten. Die Suche war ein voller Erfolg, mittlerweile stehen zwei verschiedene CDs mit dem Titel in meiner Sammlung.
Normalerweile verwende ich für solche Applikationen gerne die Datenbank SQLite. Sie wird von Qt von Haus aus unterstützt, und kommt ohne eine weitere Einrichtung zurecht. Leider ist SQLite bei den Datenmenge (zumindest so, wie ich die Daten organisiert habe) nicht in der Lage, wirklich performant darin zu suchen. Das Aufbauen der Datenbank ist noch zeitintensiver. Im Moment rettet mich da noch mein Quad Core Rechner, aber auf durchschnittlicher Hardware ist das definitiv kein Spaß mehr. Deshalb muss dort eine tief greifende Änderung her.
"Dear Lazyweb: Datenbank-Problem (Update)" vollständig lesen
Sonntag, 7. März 2010
- "Indianer!" - "Servus."
- -- Der Schuh des Manitu
Bei meinem Artikel über das neue Qt 4.6 habe ich ja schon erwähnt, dass ich gerne bei meinen IT-Entscheidungen sehr konservativ bin. Nun musste ich diese Woche die Fahne auf halbmast hängen. Mit der Version 1.3.42 erschien Anfang des Monats die letzte Version der 1.3er Reihe des Apache Web-Servers.
Da ich mir meine Webserver gerne als Insellösung betreibe, also losgelöst vom restlichen System, gehört für mich auch das "selbst kompilieren" dazu. So bin unabhängig von der eingesetzten Distribution. Bisher habe ich dabei immer auf den Apache 1.3 gesetzt, weil er - soweit ich es abschätzen kann - mehr Webseiten ausgeliefert hat als jeder andere Web-Server auf diesem Planeten. So war das zumindest zum Zeitpunkt als ich die Entscheidung getroffen hatte. Seitdem habe ich es nie bereut oder größere Probleme damit gehabt. Er läuft gut, kann alles was ich brauche, und verfällt nicht in Feature-itis. Das ist eine Krankheit, die Software befallen kann und sich so auswirkt, dass aller möglicher und auch unmöglicher Kram eingebaut wird. Wordpress-Benutzer können davon ein Lied singen. Beim Apache 1.3 war das anders: es kam schon seit Jahren nichts neues dazu, nur Fehler wurden gefixt. Das bedeutet, dass die Software von Version zu Version nur stabiler und deshalb besser werden konnte. So habe ich es dann nach dem Motto gehalten: "es funktioniert gut, mir fehlt nichts, ich finde keinen Grund etwas zu ändern, warum sollte ich also?"
Nun sah ich mich schon beim Austesten verschiedener Web-Server, wird der Nachfolger nun ein Apache 2.2 oder doch eher ein lighttpd? Wie kann ich meine über die Jahre hinweg liebevoll zusammengestellte Konfiguration übernehmen? Dann lass ich mir, eher aus einem Anfall von Sentimentalität, die Release-Notes durch, neben zwei kleineren Fehlerkorrekturen stand dort die Ankündigung, dass dies die letzte veröffentlichte Version wird, aber weitere Bugfixes als Patches in dem Verzeichnis http://www.apache.org/dist/httpd/patches/ zu finden sein werden. Somit kann ich also auch weiterhin "meinen" Web-Server einsetzen.
Sonntag, 28. Februar 2010
- War's nicht, war schon!
- -- allgemeine Lieblingsausrede für Programmierfehler
So, eben habe ich ein etwas umfangreicheres Update an diesem Blog vorgenommen. Unter der Haube habe ich den Zeichensatz von ISO Latin 1 auf UTF-8 umgestellt und die Blogsoftware Serendipity von 1.4.1 auf 1.5.2 aktualisiert. Ersteres könnte für Darstellungsfehler bei Umlauten und anderen Sonderzeichen, letzteres für allgemeine Probleme verantwortlich sein. Falls also jemand hier über einen Fehler stolpern sollte, bitte nicht einfach ignorieren, sondern mit Bescheid geben.
Außerdem habe ich noch das Layout der Seitenleiste etwas aktualisiert, und dabei den Kalender rausgeworfen.
Sonntag, 7. Februar 2010
- Welches ist die Höchstgeschwindigkeit einer unbeladenen Schwalbe?
- -- Brückenwächter, "Monty Python - Die Ritter der Kokosnuss"
Eigentlich wollte ich ja mal wieder einen Beitrag machen, der nichts mit Computer zu tun hat, aber dieser wird es noch nicht sein. Es ist quasi ein Nachtrag zu dem Beitrag GCC mit Atom Optimierung. Eher durch einen Zufall ist mir aufgefallen, dass der Testdurchlauf ("Queen Greatest Hits I" von .wav nach .ogg wandeln, mit Standardeinstellungen) auf meinem Haupt-Linux-Rechner auf einmal einen Faktor von circa 30 statt den erwarteten circa 20-fach brachte.
Der Verwunderung konnte erst nach einigen Minuten Einhalt geboten werden: ich hatte einen "Tippfehler" gemacht: statt dem OggVorbis-Encoder meines Testszenarios hatte ich den OggVorbis-Encoder der Linux-Distribution verwendet. Statt der Version 1.0.2 wurde nun 1.2.0 verwendet, aber das kann nicht für einen Geschwindigkeitszuwachs von 50% verantwortlich sein. Dafür schon eher die Architektur: mein Linux läuft unter 64 Bit, und nicht wie das Testprogramm mit nur 32 Bit. Da wurde ich neugierig: kann der Schritt von 32 auf 64 Bit für einen Performancezuwachs von 50% verantwortlich sein?
Dafür habe ich mir folgendes Testszenario aufgebaut: es wurden zwei Testsysteme aufgesetzt, eins mit dem Celeron 220, der die gleiche Architektur wie erste Generation der "Core 2"-CPUs aufweist, und eins mit dem Atom 230. Auf dem wurde die 64-Bit Version von Ubuntu 10.04 alpha installiert. In dieser Umgebung wurde dann oggenc einmal als 64-Bit- und einmal als 32-Bit-Version laufen gelassen. Ich hatte mit einem anderen System schon mal ermittelt, dass es keinen messbaren Performanceunterschied von einem 32-Bit Programm auf einem 32-Bit- und 64-Bit-System gibt. Zum Vergleich gibt es noch die Messergebnisse meines "Haupt-Linux-Rechners", bei dem mir der Leistungszuwachs aufgefallen ist. Der Testparcours ist (wie bei mir üblich) das OggVorbis-Encodieren von "Queen Greatest Hits I".
"Codeoptimierung zum Zweiten" vollständig lesen
Donnerstag, 4. Februar 2010
- "Do you have any scars, Charlie Brown?"
"Lots of them.. but they're all mental!" - -- Peanuts by Charles M. Schulz, 6. März 1956
Ich führe seit längerer Zeit eine kleine Statistik, in welchem Umfang die Downloads der von mir angebotene Software stattfinden. Wenn ich da in letzter Zeit mal reingeguckt habe, war ich doch etwas erstaunt. Die Programme, die am häufigsten runtergeladen wird, sind interessanterweise Programme aus der Rubrik "schnelle und schmutzige Hacks": es sind Programme, die ich ursprünglich für die Eee PC 701, 901 und 900A mit der vorinstallierten Linux-Distribution von Xandros zusammengezimmert hatte, um irgendwelche Unzulänglichkeiten zu beheben. Mein Engagement in Sachen Xandros-auf-EeePC habe ich mittlerweile eingestellt. Die Seite mit der Software lasse ich aber selbstverständlich stehen, weil es ja anscheinend noch genug Leute gibt, die damit was Anfangen können.
Das mit Abstand am häufigsten runtergeladene Programm ist übrigens der schmutzigste Hack von allen. Es patcht die Signatur des Flash-Players, so dass er auch mit die alte libc des Eee PC akzeptiert. Das Tool wurde in diversen Blogs, vor allem englischsprachige, beschrieben als eine veritable Möglichkeit Flash zu installieren. Besonders interessant finde ich dabei, dass das Programm auch dazu zweckentfremdet wird, den Moonlight-Player zu pachten, dass er auch auf dem Eee PC läuft.
Allerdings ist es doch irgendwie schade, dass die Software in die ich deutlich mehr Arbeit investiert habe bei weitem nicht den selben Anklang findet.
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