Mittwoch, 9. Juni 2010
- Ich bin ein Apple-Fan, seit ich 1993 zum ersten Mal einen Mac berührte. Seither schwöre ich auf Apple. Egal wie schlecht der Service, wie nervig die Mätzchen, wie empörend die Kundenknebel-Strategie. Die Ästhetik betäubt meinen Menschenverstand.
- -- Marc Pitzke
Eines der interessantesten Bücher, die ich gelesen habe, ist " Uhrwerk Orange" von Anthony Burgess. Ich war damals in der Oberstufe und hatte zuerst versucht, das Buch in der Originalfassung, also auf Englisch, zu lesen. Leider spricht der Ich-Erzähler seinen eigenen Slang, der schon in der deutschen Übersetzung nicht leicht zu verstehen ist. Ausgelöst wurde mein Interesse durch das Album "Ein kleines bisschen Horrorschau" der Toten Hosen, welches einige Stücke enthält, die auf einer Theaterfassung des Stoffs gespielt wurden. Es ist das einzige Album der Hosen, das ich wirklich von Anfang bis Ende mag.
In der Geschichte geht es um den egozentrischen und nur auf seinen Vorteil bedachten Alex, der an sich aber nur ein beliebiger Jugendlicher seiner Szene ist. Ihre Freizeit verbringen sie damit, sich zu kostümieren, loszuziehen und Gewalt zu zelebrieren: sie verprügeln und vergewaltigen beliebige Passanten oder liefern sich Schlachten mit anderen Gangs. Bei einem dieser Streifzüge gibt es einen Toten, Alex wird gefasst und bekommt 14 Jahre Knast aufgebrummt. Dort hört er von einer Therapie, die ihn von seinen gewalttätigen Tendenzen heilen soll. Er sieht darin eine Chance dem Gefängnis zu entkommen, doch leider geht sein Plan nicht so auf, wie er es gedacht hat. Er wollte nur den Geheilten spielen, und sich ein Doppelleben aufbauen. Allerdings schlägt die Therapie wirklich an: wenn er nur an Gewalt denkt, fühlt er sich so übel, dass es ihm körperliche Schmerzen bereitet. So sämtlichen Selbstschutzes beraubt und in der Presse als erster Patient im Versuchsprogramm "Heilmittel gegen die Gewalt" bejubelt, trifft der Täter alle seine Opfer wieder, die den Spieß nun mit der größten Genugtuung umdrehen. Schließlich wird er in einen Selbstmordversuch getrieben und die Schattenseiten dieses "Heilungs-Programms" werden in der Öffentlichkeit bekannt. Die Therapie kann rückgängig gemacht werden, und er wird rehabilitiert.
Hier endet die Geschichte in der recht guten filmischen Umsetzung von Stanley Kubrick. Das letzte Kapitel fehlt leider, welches einen der wichtigsten Aspekte der Story setzt. Alex hat eine neue Gang, und alles ist fast so wie früher, nur dass er doch langsam erwachsen wird, und dieser gewaltbereiten Szene entwächst, rein in das System, gegen das sich seine Gewalt doch eigentlich gerichtet hat.
"Uhrwerk Apfel" vollständig lesen
Mittwoch, 21. April 2010
- "Hey, where did these old cars come from?" - "Detroit."
- -- Daniel Larusso & Mr. Miyagi, "Karate Kid"
Letztens ist mir mal wieder ein Trailer untergekommen, der ausnahmsweise mal hängen geblieben ist: ein amerikanischer Junge muss mit seiner Mutter nach Asien um dort zu leben. Er hat dort "Integrationsprobleme", wie es auf neudeutsch so schön heißt, und bekommt dort von den einheimischen Kampfsportexperten gleichen Alters auch erst mal ein paar aufs Maul.
Ich lästerte "oh, guck mal: Karate Kid!" Leider blieb mir mein Lachen dann im Hals stecken: dann taucht nämlich ein älterer Herr auf, und bietet dem Jungen an, ihm im Kampfsport zu unterrichten. Diese ganzen Parallelen können nun kein Zufall mehr sein, und ich hatte recht: der Film heißt wirklich Karate Kid, und ist ein Remake mit Jackie Chan als "Mr. Miyagi".
"Film-Remakes" vollständig lesen
Sonntag, 21. März 2010
- Lass Dein Opfer immer glauben, es wäre im Vorteil.
- -- Henry Gondorff, "Der Clou"
Das englischsprachige Blog "Abstruse Goose" erklärt in diesem Beitrag, wie eine Kundenkarte funktioniert. Diese Wahrheit halte ich für so umfassend, tief und zutreffend, dass ich sie weiter in die Welt tragen möchte. Deshalb gibt es hier meine Übersetzung ins deutsche: (Freigegeben nach Creative Commons und einer Rückfrage per Email)
Dienstag, 12. Januar 2010
- "Und? Wie war Dein Wochenende?" - "Fresse halten!"
- -- sich gelegentlich wiederholender Dialog zwischen mir und einem Kollegen
Wo ich gerade in den Erinnerungen die Zeit in meiner vorherigen Firma geschwelgt habe, lege ich gleich noch einen nach. Dort hatte ich zwei Kollegen, die ein besonderes Verhältnis zum Fußball haben: der eine ist Hamburg-Fan, der andere Bremen-Fan. So wie man sich als Laie Fußball-Fans vorstellt, mit Schal und allem.
Besonderes spaßig waren die Montage, wenn Bremen gewonnen und Hamburg verloren hatte, oder noch besser umgekehrt. Dann war es immer schön der ersten Begegnung der beiden beizuwohnen, wenn dann die Diskussionen und Rechtfertigungen stattfanden.
Irgendwann habe ich dann auch angefangen am Montag bei den beiden Kollegen mal besonders scheinheilig nachzufragen, wie denn das Wochenende so war um dann noch etwas Salz in die Wunde zu streuen, wenn eins der Teams mal wieder ordentlich verkackt hatte. Nein, eigentlich ging es genau andersherum: ursprünglich hatte ich ohne den Hintergedanken an Fußball gefragt, wie das Wochenende war, und bekam nur eine Antwort das Spiel des Wochenendes betreffend. Der Rest vom Wochenende war dann anscheinend nicht weiter erwähnenswert.
Später dann bin ich noch einen Schritt weiter gegangen: wenn mir Fußballergebnisse untergekommen sind, habe ich mir gemerkt, wie Bremen und Hamburg gespielt haben, um besser mit meiner Frage besser vorbereitet zu sein. Die Antworten auf meine Frage gingen dann von "blendend, wir haben sie lang gemacht" bis hin zu "sei bloß ruhig, Du weißt doch, dass wir abgelattet wurden". Top war natürlich, wenn die beiden Teams gegeneinander gespielt haben. Bei dem Tief, das Bremen in der vorletzten Saison hatte, hat der entsprechende Kollege dann einmal festgestellt: "Och, weißt Du, ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass Fußball eigentlich gar nicht so wichtig ist". Das Zitat am Anfang stammt übrigens vom Hamburg-Fan...
Ich grüße Euch beide!
Sonntag, 30. August 2009
- Doesn't matter how big the warnings are or how much they cost. Keep raising the prices, we'll break into your houses to get the fucking cigarettes, ok!?
They're a drug, we're addicted, ok!? - -- Denis Leary, "No Cure For Cancer"
Ich schreibe hier auch gerne über eigene Fehler, die ich in Beziehungen gemacht habe. Diesmal will ich zeigen, dass ich auch von den Fehlern lernen kann, die andere Leute in Beziehungen machen.
Wir befinden und auf einer Party, einem Sit-In oder so etwas ähnlichem und sehen unser Beispiel-Pärchen: sie zündet sich gerade eine Zigarette an, er ist Nichtraucher. Es wird über Beziehungen, Liebe diskutiert. Er lässt den Satz fallen "für mich wäre der größte Liebesbeweis, wenn sie für mich aufhören würde zu rauchen". Ohne weiter nachzudenken macht sie die gerade angezündete Zigarette im Aschenbecher aus und schenkt die Schachtel einer Freundin. Ab diesem Moment ist sie offiziell Nichtraucherin.
"Der Liebesbeweis" vollständig lesen
Sonntag, 16. August 2009
- Oh nein! Ist mein blog jetzt ein Hackertool?
- -- fefe
Im Moment zeigt sich mal wieder wie wenig die "Alten Männer mit Kugelschreibern" vom Internet verstehen. Das beste Phänomen sind zur Zeit die Online-Umfragen der diversen gleich geschalteten Medien: "Wie bewerten sie die Arbeit unserer Bundesregierung?" oder "Was würden sie wählen?"
Der Ablauf ist fast immer der gleiche: die ersten paar Stunden ist das Bild noch ausgewogen, dann spricht sich die Umfrage in Blogs wie zum Beispiel dem von fefe oder dem Nachtwächter rum, und die politisch interessierten Leser nutzen die Gelegenheit, sich mal Luft zu machen, und sei es nur mit einem Klick auf die "Schulnote 6"! Woher ich das weiß? Ich mache es genauso. Und auf einmal rutschen die Umfragewerte so dermaßen ab, dass es die " Anwärter auf einen Hirnschrittmacher" (Volker Pispers) nur noch mit einer Hacker-Manipulation (siehe bei "Angela Merkel") erklären können. Hacker, dass haben sie schon mal gehört, und verstehen es so, dass ein Hacker schuld ist, wenn am Rechner oder im Internet etwas nicht mehr läuft wie erwartet.
Darin ist ein grober Denkfehler enthalten: in den letzten Monaten hat die Regierung so ziemlich jeder Politiker der Netzkultur (Ich meine damit die Leute, die das Internet nutzen um sich abseits der gleich geschalteten Massenmedien zu informieren.) quasi ignorant grinsend ins Gesicht geschlagen, und das auch noch mehrere Male! Sie haben gezeigt, dass ihnen die "Leute im Netz" egal, wenn nicht sogar zuwider, sind. Und wenn jetzt diese Leute nach dem Motto "Ihr werdet Euch noch wünschen, dass wir politisch unmotiviert sind" die Umfragewerte in den Keller klicken, dann soll das eine Hacker-Manipulation sein. Das ist es nicht. Es ist das Echo der Politik, die gegen das Internet betrieben wird. Es wird nicht manipuliert, sondern die Leute organisieren sich. Eine Manipulation ist gar nicht nötig.
Sind Politiker und Journalisten wirklich so dumm, dass sie erwarten, dass Leute wirklich die Politiker wählen, die eine Politik gegen diese Leute machen?
P.S.: Machen die gleichen Journalisten auch Umfragen zur Wahl auf einem Apothekerkongress und wundern sich dann, dass die FDP auf über 50% kommt, was dann auch mit einer Manipulation begründet wird?
Samstag, 8. August 2009
- Wie sieht es aus im Innern dieser Frau?
Ich habe eine Ahnung - weiß es nicht genau
Einmal mit ihren Augen sehen
Einmal nur ihre Gedanken verstehen - -- Beborn Beton, "Im Innern einer Frau"
Hier nun, wie schon vor längerer Zeit angekündigt, mal wieder eine meine Betrachtungen über Beziehungen. Aus aktuellem Anlass, denn ich steckte seit längerer Zeit wieder in einer Beziehung. Nur kurz, es ging schnell rein und fast genauso schnell wieder raus. Nichtsdestotrotz war es eine schöne Zeit, und ich habe wieder einiges über Beziehungen gelernt. In einem Satz: der Anspruch an eine Beziehung scheint mit dem Alter zu wachsen.
Nun aber zu den Details. Wir waren ein sehr interessantes Paar, die größte Gemeinsamkeit war unsere Liebe zur Musik von Queen. So hatte es auch bei uns gefunkt: auf einem Konzert der Queen Cover Band "We Rock", zu dem sie mich mitgeschleift hat. Allerdings waren die Unterschiede meiner Meinung nach zu groß, als dass es zu mehr als ein bisschen "rumkuscheln" gereicht hätte. Der größte Unterschied ist, dass sie ist 16 Jahre jünger ist als ich, und zuvor nur Fernbeziehungen hatte. Ich habe es natürlich begrüßt, dass sie dann doch mehr wollte. Ihre Aussage war so schön: "Dein Alter ist auch nur eine Zahl". Ich bin da etwas anderer Meinung: wenn jemand nicht total verpeilt ist, dann hat er mit zunehmenden Alter einfach mehr Übung, was die Belange des Lebens angeht, und weiß worauf er sich zu konzentrieren hat, und was man so nebenbei laufen lassen kann.
"Auf der anderen Seite" vollständig lesen
Donnerstag, 16. Juli 2009
 - -- Klaus Stuttmann
Erst einmal vielen Dank an Herrn Stuttmann für das "Ist okay" auf meine Anfrage, ob ich die Karikatur hier verwenden darf.
Die Verwendung der Karikatur als Zitat hat auch einen besonderen Grund. Diese indirekte Ankündigung der Lohnkürzungen hatte ich so nicht vor Augen. Es passt aber. Und je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr bin ich auch für Lohnkürzungen. Aber doch bitte gestaffelt: unter 1500 Euro Monatseinkommen 0%, bis 2500 Euro 1%, bis 3500 Euro 3%, bis 5000 Euro 5%, bis 10000 Euro 10% und darüber 15%. Das, oder so etwas in dieser Art, wäre doch mal fair, oder? Das die Last auf den Schultern verteilt wird, die es sich auch leisten können.
Oder wenn ich die Benotungen der Politiker sehe (der Nachtwächter hat gerade eine sehr schöne für Zensursula gefunden), dann wünsche ich mir,dass das Portal " Abgeordnetenwatch" um eine solche Benotungsmöglichkeit erweitert. Und dass die Diäten von direkt von den Benotungen abhängig gemacht werden. Wer also eine Note unter 4.0 bekommt, wird als Hartz IV-Empfänger eingestuft. Das wäre dann doch mal eine leistungsgerechte Bezahlung, die ihren Namen auch verdient. Oder man macht es andersherum und setzt die "Forderung von Kristian um: "[Man sollte] Politiker für die Folgen schlechter Gesetze im selben Umfang persönlich haftbar zu machen wie ich es etwa als [IT-] Consultant vor Ort bin".
Wo ich gerade bei "leistungsgerechter Bezahlung" war: eine ähnliche Regelung würde ich mir auch für das obere und mittlere Management wünschen. Wenn die Belegschaft eine Lohnkürzung hinnehmen muss, dann gilt für das mittlere Management eine Kürzung um das Doppelte, beim oberen Management das Dreifache. Schließlich war es doch ihre Aufgabe es zu verhindern, dass das Unternehmen in eine Lage kommt, bei der ein solcher Schritt notwendig wird. Und sämtliche Boni werden mindestens so lange gestrichen, bis das alte Lohnniveau wieder hergestellt ist.
Nun ja, ich bin halt ein Träumer.
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